Trotzdem und gerade deshalb (2004)

by Lea-Won

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about

Alte Info-Seite mit technischen Details und Reviews: www.Lea-Won.net/tugd/

LYRICS sind online lesbar, wenn man hier auf die einzelnen Tracks klickt!

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Ein paar Worte zum digitalen Re-Release auf bandcamp (29.7.16):

Heute würde ich musikalisch und inhaltlich, als auch was Rap-Weise und Flows betrifft, selbstverständlicher weise vieles anders machen. Damit, was dieses Album damals für mich bedeutete, was sich darin für mich kristallisierte, ist es aber immer noch ein Klassiker, den ich der Welt nicht vorenthalten will. "Trotzdem und gerade deshalb" stellte mein erstes, und bislang auch einzig richtiges Solo-Album dar. Die Beats waren weitgehend von mir selbst (daheim mit Computersoftware und Samples aus den CD- und Vinyl-Sammlungen meiner Eltern) produziert, ergänzt durch Produktionen meines direkten und halbdirekten Umfeldes. In Läden und richtig in Mailändern vertrieben wurde es nicht, es gab auch nur 2 Mal 500-Stück-Pressungen, die weitestgehend bei Auftritten und über die eigene Internet-Webpage in Umlauf gebracht wurden; Label-technisch ließ aber Schall (ein Producer aus dem HipHop-Partisan Umfeld) das Album damals über sein indie-label "undercoverart rec" laufen (Danke), und half auch bei Cover-(Foto-)Findung etc.
Das Budget für die erste Pressung (500 Stück) und Studio-Mixing (insg. 1400e) hatte ich gemeinsam mit meinen Partnern Damez (Backup und Feature-Rapper) und DJ Semés bei einem Münchner Band-Contest gewonnen, in den wir auf Anfrage vom Feierwerk reingeraten waren (Semes war mein erster DJ, den ich im Jahre 2000 über eine hiphop-Magazin Announce kennengelernt hatte. Damez war ein Schulfreund meines Bruders, der sich auch für Rap interessierte, selbst rappte, dann vermehrt Beats machte, und heute als Live-Mischer und Licht-Meister arbeitet).
Ich weiß noch, dass wir den Bandcontest im März 2003 gewannen und klar war, dass ich endlich ein Album machen kann, so mit richtiger CD-Pressung und Budget dafür, wohingegen ich meinen Output davor nur im Internet gestreut und auf CD-Rs gebrannt oder auf Musik-Kassetten selbstständig überspielt in Umlauf gebracht hatte.
Als ich dann zu hören bekam, dass ich Vater werden würde, sah das ganze so für mich aus: "Die Welt ist scheiße, aber okay, wir bekommen ein Baby. Ich zieh das gerne durch, und werde dieses kommende Album als mein Lebenswerk betrachten, nach dem ich mich dann auf eine neue Rolle konzentriere. In diesem Album fasst sich meine Jugend zusammen, die dann ein Ende hat; ich werde dann damit beschäftigt sein, Vater zu sein, Geld zu verdienen usw, und all das verträgt sich nicht damit, Rap-Kunst zu machen, so wie ich das machen wollen würde (Zeit/Aufwand/unkommerziell), aber das ist auch okay. Ich bin bereit, Rap notfalls nur noch nebenbei zu machen."
Durch viele Kommunikationsprobleme und sonstige Beziehungshürden kam während und nach dem Album doch einiges anders, was meine Vaterschaft betraf. Das endete für mich darin, weiterhin viel Zeit in Rap-Musik stecken zu können, diesen Umstand aber nicht wirklich zu feiern, weil ich lieber mit meinem Kind gelebt und für es gesorgt hätte, etc. Im Nachhinein betrachtet wird mir heute deshalb auch klar, weshalb sich meine Rap-Kunst in den Folgejahren sehr oft zwischen Selbsthass, selbstprovoziertem Dilettantismus, sowie einer Anti-Haltung und Trotzhaftigkeit schwankte. Es war eben nie mehr so, wie ich mir das vorgestellt hatte, und ich hatte Anfang 2005 jahrelang damit zu kämpfen, auch für mich selbst einen Sinn, Grund und einen Platz darin zu finden, weiterhin so viel Zeit für brotlose Kunst zu haben, und aus selbsttherapeutischen Zwecken dann auch aufwenden zu müssen, was sich dann nur teilweise damit verträgt, das ganze auch für andere nachhörbar zu veröffentlichen. Und so schwankte ich immer wieder zwischen persönlichen, sozialen/politischen, Rap-Szene-bezogenen, anklagenden und versöhnlichen Tracks in der Folgezeit nach "Trotzdem und gerade deshalb". Auch deshalb markiert dieses Album für mich einen wichtigen Zeitpunkt meines Lebens.

Von den Leuten, die damals mit am Album beteiligt waren, und zu meinem über-regional, durchs Internet kennengelerntem Umfeld gehörten, rappt heute eigentlich nur noch Koljah (Antilopen Gang) aktiv, und sogar hauptberuflich. Ich weiß noch, dass ein Kollege wie Fatoni mir damals zu wenig conscious war, obwohl auch er zum (direkt lokalen) Umfeld gehörte und es schon vor "Trotzdem und gerade deshalb" gemeinsame Songs gegeben hatte. Auch Tai Phun (der damals Produzent und DJ von Koljah in Düsseldorf war) macht noch irgendwie Musik, aber eher so avantgarde-jazz oder sowas, am Schlagzeug, soweit ich weiß. Kaos Kanji rappt nicht mehr, war aber in den letzten Jahren noch mit Radical Hype im TickTickBoom-Kollektiv unterwegs; Nic Knatterton aus Aachen rappt wohl noch ab und zu, aber arbeitet viel sozial, sowohl als Vater als auch Pädagoge, etc., und die Jungs, die mir beim Aufnehmen und Beat-Machen halfen, sind erwachsen machen irgendwas anderes. An dieser Stelle seien sie alle gegrüßt.

Ob und wie ich weiterhin musikalischen Output produzieren werde, in welcher Art und auf welchen Wegen, steht gerade noch nicht wirklich für mich fest. Es gibt gute Gründe dafür, und gute dagegen. Ich für mich werde un-öffentlich weiterhin Texte fabrizieren, an Sounds tüfteln, und Musik feiern. Das steht für mich fest.

Auf Soundcloud (LW84 oder Lea-Won_2012) gibt es noch weitere Tracks VOR 2004, die aus der Zeit zwiscehn 2001 und 2005 stammen, als in München für mich ein Umfeld, das sich als Kunst/Aktivismus-Kollektiv verstand und "Das Kombinat (e.V.)" hieß, prägend, maßgebend, beeinflussend und Heimat war. Gruß auch an Alle Menschen aus dieser Zeit, was auch immer ihr heute so tut.

Yo.

Lea-Won ( Juli 2016)

- - - - - - - E-Mail (Booking/Fragen/Antworten/Kritik): Lion_muc at yahoo punkt de

credits

released December 21, 2004

tags

license

all rights reserved
Track Name: Wofuer
LYRICS:

GRUNDSÄTZE (woFÜR?)
[erste strophe geschrieben am 24./25.11.2003 (nachts), anfang januar 2004;
9.1.04 und 28.03.04. zweite strophe geschrieben am 17.5.04 (in der früh um halb3)]

ich rappe für ein BESSeres morgn, deshalb ÜBER DAS GESTERN -
für BRÜDER UND SCHWESTERN - die hier LIEBER WAS ÄNDERN -
für DJs und RAPPER - und auch für die, die nur KONSUMIERN -
und trotzdem aktiv sind, wenn wir den SONG hier SPIELN - ////
für die, DIE fast einschlafen - und mich deshalb HIER hin einladen -
ich rappe für JAs - will nicht schon WIEDER nein sagen -
rappe für schwarz - rappe für weiß -
rappe für autonomie, deshalb besetz ich das mic - ////
ich rappe aus hass, das heißt ich rappe für liebe -
für die, die's interessiert, deshalb stepp ich auf bühnen -
ich rap wegen allen, die mich bis hierhin inspiriern -
ihr fragt nach dem sinn, ich sag, der sinn is hier - ////
ich rappe für dich, ihn, und rappe für sie -
manchmal rapp ich zuviel - sorry, ich rap für gefühl -
ich rap für die info, mit der ich köpfe erreich -
rap für den moment, deshalb rap ich jetzt live - ////
ich rap für die crowd - NICHT für männer und frauen -
sondern einfach nur für alle menschen im raum -
ich rap für die crowd - deshalb rap ich so laut -
und habt ihr nichts dagegen, dann checkt das mal aus - ///

ich rap nicht dafür_ dass es dann andere andren verkaufen -
ich rap, weil ich_ und andre es brauchen -
weil ich es WILL - ich rap, also sei doch mal still -
rap für die, die mir zuhören und die scheiße hier fühln - ////
wofür ich RAP? eigentlich müssten es all JENE schon wissen -
die tapes, mp3s oder meine vier c.D.s schon besitzen -
es kommt EIgentlich raus, in jedem einzelnen text -
um menschen näher zu kommen, mit jedem einzelnen track - ////
weil ich verbindungen such, zwischen DIR und mir -
IHM und IHR - vielleicht merkst du jetzt, WIE das wirkt -
ich rap nicht für die illusion und irgendne show -
sondern um images zu überkomm, doch die hürden sind hoch - ////
ich rap, weils spaß macht, alles an meinem rap macht mir spaß -
und hast auch du lust, dann check mich ma ab -
ich rap, weil's mir kraft gibt für jede einzelne tat -
jeden einzelnen tag - check mich einfach ma ab - ////

ehrlich gesagt: wofür? ich weiß es nicht so exakt -
vielleicht um das NEIN zu kompensiern, deshalb nick ich zum takt -
Track Name: Finstere Zeiten
LYRICS:

FINSTERE ZEITEN (re-version)
[original geschrieben am 11.07.2003;
verbessert bis august 2004]

ich weiß nicht wie ich tracks anfangen soll, die unser leben beschreiben -
vielleicht mit "wat da fak", denn wir, wir leben als geiseln -
das biest braucht uns als rohstoff für die reproduktion -
und wir erschaffen es selbst mit jeder generation - ////
jeder tag is - dramatik - inszeniert auf der matrix -
wir wollen die auswüchse bekämpfen, doch liefern ihnen die basis -
wie wär's mit offnen grenzen - denn sie trennen menschen -
jeder hat kopf und hände - doch wir wähln präsidenten - ////
wir bieten arbeitskraft, ob on stage oder aufm strich -
im endeffekt das gleiche, menschen verkaufen sich -
abhängig von andren, denn ein paar besitzen fabriken -
das produkt wird passiv konsumiert zwischen wichsen und kiffen - ////
das leben is manchmal lustig - doch zufrieden leben ein kunststück -
lasst uns den strich durch die rechnung ziehn, und damit den schlussstrich -
deshalb nehm stifte zum schreiben - und beginn dann zu reimen -
schon brecht hat's gemerkt, wir leben in finsteren zeiten - ////

wir leben in finsteren zeiten -
es erscheint ignorant, heute noch Silben zu reimen -
wenn ich hier noch am mic bin -
denn was können worte dran ändern, dass wir immernoch leiden - ////

zu unser eignen bequemlichkeit, lassen wir uns die augen verbinden -
kein zufall, dass wir den weg nach draußen nicht finden -
wir leben in kasten, getarnt als wohnblöcke -
und unsre freiheit hier basiert auf den interessen der großmächte - ////
was sind das für zeiten, in denen es zynisch wirkt, über beats zu rappen -
und die jugend glotzt und will noch schnell zu VIVA zappen -
anstatt sich zu widersetzen -
jeder mensch der wählen geht, begeht kriegsverbrechen - ////
unterdrückte benutzt als schachfiguren, im kampf um öl-resourcen -
lass mich raten, der der heute gut ist, ist der böse morgn -
TV-stationen dienen als basen für die Schau-Nation -
im keller gefangen, sind wir seit kindheit an dieses Haus gewohnt - ////
wie soll ich hier richtig leben, gefangen im widerspruch -
menschen verdursten, und der westen ertrinkt im überfluss -
jeder mensch, der sich schuhe kauft, ist ein teil von dem zyklus -
ich schmiede worte als waffen, und verteil sie durch mikros - ////

wir leben in finsteren zeiten -
es erscheint zu zynisch, heute noch Silben zu reimen -
wenn ich hier noch am mic bin -
denn es scheint trotzdem immer die gleiche - geschichte zu bleiben - ////

ich weiß es gibt brüder und schwestern, doch ich kann sie einfach nicht finden -
wir leben in hochhäusern, doch letzten endes auf einsamen inseln -
jeder für sich - jede für sich -
ich gelt' als gegner für dich - denn wir leben nach den regeln vom biz - ////
kapitalisten planen und kontrollieren, aus ihrem konferenzraum -
und die schule nutzt nur als startlinie für diesen wettlauf -
ein paar hundert MCs bezwängen vereint all die propaganda -
doch sie streiten sich lieber drum, wer nen riesen-großen schwanz hat - ////
und alle menschen zusamm' würden die polizei lächerlich wirken lassen -
doch die befehlshaber jener hypnotisier'n die massen -
alle macht den leuten, doch sie schreien lieber nach spielen und brot -
die liebe is tot - nur noch diese zettel, geschrieben in not - ////
wieso is die welt von kriegen bedroht -
wieso kriegen wir nur nen bruchteil, doch der profit is so groß?! -
und wieso seh ich fast nur nackte ärsche in musik-videos -
oida, stapel viele geldscheine und es macht nen riesigen thron - ////
(es macht nen riesigen thron, geld verleiht macht)
Track Name: XYZ-Waffen
LYRICS:

XYZ-waffen
[geschrieben bis zum 26.8.04]

das alphabet wirkt leider kaum gegen ABC-waffen -
doch ich will rap auf CD packen (/klatschen?) - der kickt, und zwar vertretbaren -
ich brauch keinen kies, werd mir die steine aus dem weg schaffen -
und speicher auf PC-tasten - die energie wie teekannen - ////

gegen die fesseln um uns, verfass ich diesen kettenbrief -
spiel weder in der championsleague - noch bei nem länderspiel -
doch manche meinen ich sei (arrogant und) mÄCHtig selbstverliebt -
stimmt: ich spreche (rhytmisch) auf deutsch und nenne ES dann weltmusik - ////

mir gefällt der beat, ich press lyrics hier statt auf flugblättern -
bleib am boden wie fußgänger - doch lass es fließen wie blutspender -
wofür ich täglich technicken trainier wie kung FU-kämpfer -
um letzte anker zu werfen für all die schulschwänzer - ////

denn dass der untergang naht, erkenn ich an den hochstaplern -
nationalstaaten sammeln sich als munitionslager -
realität droht, das weiß hier jeder showmaster -
doch big brother als trostpflaster - gegen das hochwasser - ////

wir politrapper - passen nicht auf musik-sender -
und unsre netzwerke gefährlicher als die von kokain-händlern -
denn die waisheit, die wir sammeln, wartet nicht auf adoptiv-eltern -
also saug dir diesen track, suchst du nach nem vitamin-spender - ////

(denn) manchmal platzen wortknoten zu granatsplittern -
und entzünden ideen unter harten schwarzlichtern -
vielleicht bleibt was hängen, wie alte kombinat-sticker -
ich entwisch dem scharf-richter - denn tracks werden zu pfadfindern - ////

beim nächsten auftritt wartet der verfassungsschutz -
was ich dort spitte, filtern sie dann aus der dicken atemluft -
schenken mir noch freiheit - doch es bleib gleich - belagerung -
und die skizzen zur fahnenflucht - finden sie in diesem tagebuch - ////

früher fürchtete ich mich vor einbrechern - in weinfässer -
heute eher vor scheinwerfern - und dem polizeisprecher -
so bin ich unterwegs ohne leibwächter - für den mic-ständer -
auf der suche nach feinschmeckern - gezielt per live-sampler - ////
Track Name: Scheitelpunkt
LYRICS:

SCHEITELPUNKT (check den shit)
[geschrieben am 2.8.2003 (circa 2 bis 3 uhr in der früh) und 22.09.2003 (kurz nach 4 uhr in der früh)]

check den shit - ich rappe mit - sehr viel stil -
die leute mein'n "lea-won, versuchs mit sex-appeal" -
ich sag: "ohno, dazu hab ich keinen grund" -
die wahrheit is, schau mich an und du weißt warum - ////
das is ne verweigerung - so extrem wie scheitelpunkt -
allein meine beteiligung - is ne beleidigung -
für die rap-kiddies, die glauben, sie wären schon tight, wenn -
sie texte kritzeln, jeweils in den ferien ein-en - ////
sie raten mir: "komm doch gleich mal zum punkt" -
ich muss erwiedern: "ich bin leider kein recycle-produkt" -
und ich umschreibe gerne mal - was ich zu sagen hab -
denn sonst, sonst wär's egal - denn die welt hätte nachgedacht - ////
und außerdem - laut zu drehn - das wäre nicht so mein ding -
also wollt ihr saufen gehn - beglotzt ne disco von drinn'n -
kapitalismus is in - das is ziemlich schlecht für mich -
denn ich würd meine musik gerne verschenken, aber rap is biz - ////
das heißt: "lass dich möglichst schnell signen - und bau dir dein image" -
doch dich hören dann freunde alleine - weil verkauf nicht mehr drin is -
denn tausende kiddies - woll'n die kunst lieber umsonst -
und somit macht es keinen sinn mehr, zu VIVA zu komm - ////
ein produkt einmal promotet, is dann endlich leicht erhätlich -
bloß scheiße, dass es für die mp3s kein geld gibt -
gut für mich, denn mich kann somit kaum einer linken -
denn bleib ich unbekannt, is das hier nirgends als download zu finden - ////
und mich, mich kennt ja eh niemand -
ich bin schon dankbar, wurde dir diese CD gebrannt -
vergiss die GEMA, mann - denn wer das hier laufen lässt -
is danach mein bester freund und wird auf gästelisten draufgesetzt - ////

ich lebe rap, und das mein ich ernst -
doch wird mit mir meist gescherzt -
mein leben läuft bassdrum, dann gleich die snare -
wenn ihr mit mir unten seid, dann seid ihr derb - ////
ich lebe des, und das mein ich ernst -
doch wird mit mir meist gescherzt -
eins nach dem andren, erst die bassdrum, dann gleich die snare -
das geht raus an jeden, den meine scheiße stört - ////

ich hoff, ich komme recht cool an und meine homies verstehn mich -
doch meistens - wenn ich ins mic rappt - entspricht das ner komischen gestik -
sie fragen mich dann: "was hast du damit gemeint?" -
ich sag: "der staat is nur scheiß - und schlagt nazis zu brei?" - ////
dann sind sie glücklich, dann bin ich glücklich, und alles is gut -
doch glaub mir mein freund, auch ich verliere manchmal den mut -
denn bei schönem wetter trete ich draußen umsonst auf -
doch keiner kommt raus - denn auf flyern, da steht halt lea-won drauf - ////
oder sie schaffens nicht zeitlich - weil schlicht - friday night is -
und da kostet der nachtclub nur 3 euro eintritt -
und scheißbier is heilig - was da zu machen sei -
ein A&R hat gemeint: "freigetränke plus nacktes fleisch!" - ////
doch ich seh aus wie frankenstein - achso, er meinte nicht mich -
er meinte ne "bitch" - doch die sind sich meistens zu chick -
denn da wo ich auftrete, kriechen ratten herum -
und wenn ich mal laut aufgedreht, dann sind anstatt leuten nur die nadeln gesprungn.... - ////
Track Name: Aufrecht (feat. Koljah, Nic Knatterton, Kaos Kanji & DJ Tai Phun)
LYRICS:

AUFRECHT
[geschrieben am 16.9.2004]

LW-strophe:
checke das aus, ich - rappe unglaublich -
wenn ich signal geb, dann hetzt mich das blaulicht -
denn ich drehe das rauf - gebe nie auf, ich -
lege es drauf, frisch - ganz ohne staubschicht - ////
(kid,) was ich brauch, ich? - brauche kein outfit -
brauch nur das mic - für gute zeit - ich halt es
aufrecht - genauso - drauf los - die faust hoch -
louser cruisen noch, ich sitz währenddessen im raumschiff - ////
au, ich - hab schmerzen, wenn ich mir die welt anschau -
doch für drei parts sprengen wir die fesseln auf -
hab ich beats, dann rap ich drauf - lege es DRAUF an -
soviel aufwand - auf band - für den aufstand - ////
also steh auf, geh drauf - ab oder was? -
hier werden membranen bespuckt und platten gekratzt -
alles passt auf den takt - tac tic - die zeit rennt -
doch es gibt KEINEN - der MICH absicht-LICH vom mic ////
trennt -

koljah-hook: ...

Nic Knatterton-strophe: ...

kaos-strophe: ...
Track Name: Omen Est Nomen
LYRICS:

OMEN EST NOMEN
[geschrieben vom 1.5. bis 3.10.2004]

(ich bleib immer bescheiden, deswegen)
nennt mich AB-Benutzer, denn ich HEBE NIE AB -
oder plattenliebhaber, denn LEGE sie FLACH -
nennt mich arche noah, ich nehm soviel AUF wie möglich -
und weil mich alle ankotzen, meinetwegen AUCH mal eklig - ////
nennt mich Crowd - denn wegen mir führen sich alle AUF -
oder Herr Geschenkt, weil ich mich niemals verkauf -
nennt mich Klaus Tro Phob, weil ich nicht in schubladen pass -
oder klassenkämpfer, ich hab die schule gehasst - .////
nennt mich regisseur, denn ich hätte die SZENE gern ANDERS -
und weil ich unabhängig bleib, nennt er mich EH mister UNPLUGGED -
nennt mich PKW-FAHRER, weil ich keine LASTER HAB -
oder chirurg MC, wenn ich euch mal wieder frage "WAS geht AB?" -
nennt mich butler, ich weiß: ich bin nachtragend -
oder MC Lineal, ich bin bereit für Maßnahmen -
nennt mich handwerker, weil ich an sowas hier TAGElang FEIL -
oder einfach Lion, meine eltern fanden den NAMEN so GEIL - ////

nennt mich detektiv, weil ich nach den HEIßesten tracks suche -
oder MC Schnarchnase, denn ich SCHEiße auf BETTRUHE -
nennt mich vogelstrauß, ich bin bekannt als underground-head -
oder auch ski-springer, (denn) ich nutz jede (s)chance perfekt - ////
nennt mich broken bone, weil ich so herausragend bin -
oder kronzeuge, weil ich wichtige aussagen bring -
nennt mich buckingham palace, weil ich so viel SÄÄLE/SEELE hab -
oder restaurateur, weil ich frage "was geht denn ab"? - ////
nennt mich cassius clay, ich kann mit boxen was ANFANGN -
und meinetwegen auch MC Benzin, wenn ich mal ein' fahrn lass -
nennt mich handstand MC - ich stell dein WELTbild auf den kopf -
oder öko, ich produzier SELTenst lauter schrott - ////
nennt mich weiße linie, ich bin auf jeden am start -
oder freien künstler, weil ich keine knebel( )vertrag -
nennt mich dinofuß, ich hinterlass hier nen BLEIBenden eindruck -
oder anwalt, denn manchmal REICHT mir schon ein( )spruch - ////
nennt mich heimweh, ich bin immer WIEder im HAUS -
oder vielleicht Pappa (La Pap), denn ich ZIEHE euch auf -
oder eher oma, denn ich nehm euch GERN mal auf'n ARM -
nein, nennt mich geheimagent, ich wechsel STÄNDIG meine NAM'N - ////
Track Name: Money Kills Music
LYRICS:

MONEY KILLS MUSIK
[geschrieben am 28.2.2003 (circa von 23:00 Uhr bis 23:45),
minimal verbessert auch am 30.11.2003]

die industrie REDet uns ein, "mp3s das ist schlecht" -
die wären kontraproduktiv und ziemlich Scheiße für rap -
die wahrheit ist, mp3s sind ein riesen Scheiß fürs geschäft -
und ich bin anti-kapital, deshalb zieh ich heimlich die tracks - ////
zu WENig, was künstler an dem verkauf ihrer ALBEN VERDIEN' -
es fließt in die kassen der c.e.o's, fast der ganze profit -
es schockt unsre raphelden, wenn das LABEL dann DRUCK MACHT -
vertreibt die musik doch selber von der STAGE ausm RUCKSACK - ////
diese geschäftsmänner behaupten ständig, die SZENE sei TOT -
die wahrheit ist, die SZENE wird SO - von LABELS beDROHT -
natürlich braucht JEDER sein BROT - und etwas geld zum leben -
aber wieso nicht versuchen diesen umstand zu beheben? - ////
kunst entsteht nicht für die kapitalistische REALITÄT -
kunst entsteht als reaktion und wird hier und jetzt daGEGN geSÄHT -
ich hab interesse dran, dass heads diesen CRASSEN SOUND HÖRN -
und nichts daGE-GEN, wenn sie CDs NEH'M - und DAS dann DRAUF BURN - ////

das hier is ausdruck, und ausdruck der muss raus -
doch manche alben sind fertig, und werden niemals verkauft -
vielleicht doch nicht unterstützenswert, weil grad nicht ANGESAGT -
und somit keine chance fürs label auf dem markt damit ABZUSAH'N - ////
ich frage euch, wem gehört denn die KUNST -
ich geb auch gleich die antwort, sie geHÖRT_eigntlich UNS -
doch nach meiner these - knebeln - verträge - das leben -
wir sollen zwar reden - aber nur auf vorgegeb'nen - wegen - ////
es wird auch echter rapshit gepusht, wenn er der MASSE GEFÄLLT -
denn dann sind die bosse zufrieden, kommt in die KASSE schnell GELD -
doch was passiert, wenn die masse merkt, rap is EIGENTLICH ÖDE -
dann passierts, dein A&R will deine REIME NICHT HÖREN -
aber hey, glaubt nicht, ich würde mir keine PLATTEN KAUFEN -
tu ich, aber nur solche die ausm UNDAGROUND SIND -
nicht weils anders klingt, oder erfolg autoMATISCH verÄNDERT
sondern weil ich nur headz unterstütz, damit deren LAGE sich BESSERT - ////
Track Name: Selbstausbeutung
LYRICS:

SELBSTAUSBEUTUNG (niemals zu weit)
[geschrieben am 21.1.2004]

jo, ich_ sag dir was is - ich hasse das biz -
jeder vertrag für nen gig - is wie ein schlag ins gesicht -
ich_ liebe den shit - doch da spieln sie nicht mit -
mach ich mein bizzness nicht klar, dann kriege ich nichts - ////
ich_ will gar nichts haben - ich deal nur mit sprache -
doch sie verdienen und wir verkaufen uns als billige ware -
ich er-_inner mich gern - kann uns immer noch hörn -
im heatup '01, draußen winter, wir drinnen am burn - ////
es war_ just for the love - der bass hat gekracht -
aber leider zu spät, alle nachbarn schon wach -
ich_ habe kein' bock - auf arbeit und boss -
doch auch ich brauch geld, am besten wäre labern mein job - ////
halt_ warte mal kurz - das wäre gar nicht so gut -
denn kompromisse wären alles andre als smooth -
_ das müsste ich dann machen - job heißt bücken und anpassen -
an einen markt, der nichts fordert außer kiffen und kranklachen - ////

BITte lass es niemals so weit komm -
erinner dich selbst, an deine erste entscheidung -
ICH hier lass es niemals so weit komm -
erinner mich selbst an meine erste entscheidung -
_bitte LAAss es niemals so weit komm -
erinner dich selbst, an deine erste entscheidung -
_ich hier LAAss es niemals so weit komm -
erinner mich SELBST-selbst-selbst -

ich hab so_ leute gesehn - die sind neuerdings in -
werden rapper genannt, spielen ein bescheuertes game -
wollten_ prahlen und reden - (kämen) von der straße des lebens -
und würden uns representen, mit all den problemen - ////
doch ihr ge-_dächtnis das streikt - heute rappen sie scheiß -
der sie keinstens repräsentiert, doch das geld macht sie heiß -
denn das ver-_kauft sich so gut - und die crowd, die macht mut -
und das label druck für den nächsten unglaublichen move - ////
jetzt wird ein_ image gebraucht - denn viele sind taub -
wollen nicht nur musik, sondern ein bisschen mehr schau -
wenn du_ mir das nicht glaubst - dann glaub es mir nicht -
doch 3 sterne hotel is heute für nen auftritt schon pflicht - ////
und dann isses egal, wenn dadurch der gig platzt -
was war früher mal hiphop - da gings nicht um schnik schnak -
da gings um was andres, als extra VIP-Pässe -
und ein catering mit 10 verschiednen vitaminsäften - ////
Track Name: Angriffsflaechen (feat. Tomas Emeral)
LYRICS:

ANGRIFFSFLÄCHE (unerwartet)
[gschrieben am 8.7.2004 (circa 2-3 uhr früh);
auf doubletime-beat modifiziert am 5.9.04]

sorry, mCs, ich weiß schon, was ihr erwartet -
dass der bittere kampf jetzt hier startet -
das hier is klartext - ich werd euch keine lügen erzähln -
von wegen, ich werde deine mutter übel hernehm - ////
sorry, junge, ich kenne sie nicht -
ich hör ständig nur shit - von geblendeten kids -
ich kann dir nichts von deinen eltern erzähln -
merk nur, du versuchst_ selbst zu verstehn, warum die welt dich so quält - ////
sie gehn den ganzen tag schuften -
damit du ein neues mic bekommst, um punks zu verfluchen -
oder deine mutter ist längst zu geschafft -
tagsüber wäscht sie nur ab - und kämpft jede nacht - ////
hatte meist nur ein geschlossenes zimmer -
statt einem offenem ohr, denn ihr mann besoffen wie immer -
oder irgendeine ähnliche realität - du gehst aus dem weg -
wirst vielleicht erst später verstehen - ////
woher der ganze HASS kommt auf "schlampen" -
die dich als MANN sitzen lassen -
verdammtes pack, obwohl du dich immer so anstrengst -
in den club drängelst und sie von hinten so andancest - ////
damn, du gibst dir mächtig mühe -
deinen mann zu stehn, doch sie miemt jetzt die kühle -
damn, erwachsen werden is gar nicht so einfach -
und erwachsen sein is wichtig, vor allem ab freitag - ////
wo die lichter angehn, deine angst nicht mehr zu sehen -
unter gleich-fremden fällts leichter sich sicher zu fühln -
doch es bleibt schwer, denn am ende des abends -
flackst du am bahnhof, und dich blendet reklame - ////
oder du hattest du doch etwas glück,
liegst am rand vom bett des fremdesten atems -
... ////

lw-hook (halftime):
du merkst, hier läuft was schief, von keinem wirst du wirklich geliebt -
doch pass auf, wo du den frust rauslässt, irgendwann wirklicher beef -
heute hast du frust auf MCs und lynchst sie an mikros -
morgen muss dein chef sparen und kündigt dich fristlos - ////
oder du verpennst die prüfung, die nächste hürde zu nehmn -
weil du gangsta sein willst, deshalb übst du es stets - dübel zu drehn -
damn, du wirst es von mir nicht hören, ich wäre besser als du -
hör zu, es geht nicht um qualität, sondern veränderung, fool - ////

tomas(brudaring)-strophe: ...
Track Name: Gegeneinander
LYRICS:

GEGENEINANDER
[hauptsächlich (bis auf minimale änderungen) geschrieben am 31.12.2003]

was macht dich aus, in einer welt, die dich ausschaltet -
wir sind gezwungen uns gegenseitig die knarre an den kopf zu setzen -
wir sollen draufhalten - untergehn, nicht weiter auffallen -
und laufen in fallen, in die die verdammten cops uns hetzen - ////
doch in jedem von uns steckt ein bulle mit schlagstock -
und wir können nicht mal anders, sind als nullen so wahllos -
in dieser matrix, wo uns die einsen regieren -
anstatt dass sich die nullen verbünden, bleiben sie alleine und friern - ////
jeder blick auf der straße trägt zur temperatur bei -
und ich will nicht glauben, dass das wetter hier von natur sei -
der mensch hat sie erschaffen, die maschine übernimmt uns -
ihr name - kapital. ihre sprache - die gewinnsucht. - ////
doch zurück zum bösen, das in allen hier schlummert -
das hat nichts zu tun mit genen, vater und mutter -
wie moralisch wir handeln können nicht wir selbst kontrollieren -
sag das einem verhungernden, der in der kälte erfriert - ////
sag ihm er solle nicht stehlen, er solle keine snobs verkloppen -
weil das gewalt sei und mit den cops nur zoff bringt -
sag ihm, es sei gegen das strafrecht, mit drogen zu handeln -
es is seine einzige chance, für brot und dope etwas kohle zu sammeln - ////
er wird nicht wissen, was du meinst, denn er lebt nicht wie du -
er hat keine ahnung was es bedeutet, in deiner gegend zu wohn' -
er hat keine zeit, sich zu bilden, und nen anständigen job zu suchen -
er muss weiter, denn leute wie du haben längst die cops gerufen - ////
(leute wie wir haben längst die cops gerufen...)

in dieser welt voller masken, musst du wissen, wer du bist -
du wirst nicht königlich - wenn du mal im ledersitz - eines mercedes sitzt -
du bist kein star, aus ei'm fernseh-quiz - was dir bald ein rätsel is -
und deutschland sucht nicht deine art popstar, sag den sternen tschüss - ////
du bist nichts weiter als ein verdammter prolet -
der jede früh zum arbeiten geht - und seine bank anfleht -
der sich jeden tag noch etwas mehr anstrengt -
weil er weiß, dass nicht er es is, der anstellt - ////
sondern der froh sein darf, wenn er hier noch als nützlich gilt -
der nur noch drauf hofft, dass ihm hier ne glücksfee hilft -
der abhängig is, von dem eigentümer der fabrik (/des betriebs) -
in der er nichts - als ein austauschbares rädchen ist - ////
wer du bist? du gehörst hier zur mehrheit -
die den reichtum der minderheit vermehrt, weil diese produktionsmittel herleiht -
doch die mehrheit wird gespalten, in lauter kleine minderheiten -
die sich um die reste der riesigen gewinne streiten - ////
ich hab was mitzuteilen - also hör ma zu -
deine nachbarin is davon ähnlich genervt wie du -
nur dass frauen, noch auf crassere weise als männer -
mit geschlechterrollen zu kämpfn ham - die sich so hier nie mehr ändern - ////
und auch der sogenannte "kanacke" bei DIR um die ecke -
gehört zur gleichen mehrheit, doch du meinst irgendetwas WÜRDE euch trennen -
wenn du immer noch nicht erkennst, dass rassen erfunden wurden für die bizzness-welt -
dann halt deine fresse, verreck an deinesgleichen und **** dich selbst - ////
Track Name: Nur Befehle
LYRICS:

"NUR EIN BEFEHL"

ich hasse ihn, doch er macht nur seinen job -
du hast ihn, doch er macht nur seinen job -
er hasst sich selbst, folgt sturr einem trott -
einem befehl, ein zwang durchdringt seinen körper und kopf - ////

er rät ihr, hier nie mehr vorbeizukomm -
sonst werde sie gleichgenomm' - auf die polizeistation -
sie, sie wühlt im müll, sucht nach essbarem -
zwischen hetzjagden - trendmarken - und s-bahnen - ////
er spottet mit seinen kollegen -
weil sie sich bückend bemüht um kleingeld von denen -
die es haben, doch hier sucht sie leider vergebens -
er hat gut lachen, er hat keine probleme - ////
außer die miete, doch dafür tut er das alles -
für ein paar bier am feierabend, dafür sputet und handelt -
er, und für_ DIE allimente -
für seine verlorene tochter, die famILie beendet - ////
von der frau, die er liebte, doch DIE es nicht aushielt -
wenn er nach dem schuften und knurren abends WIEder ins haus fiel -
es ist ein WIderes schauspiel - doch damit kommt er jetzt klar -
er wünscht sich nur die beförderung für das kommende jahr - ////
doch irgendwo weiß er es, und ist wirklich sehr traurig -
er hat keinen ausblick - aus seinem hautengen outfit -
es quält ihn, doch noch merkt er es nicht -
wozu all die härte ihn zwingt - die ihn täglich zerfrisst - ////
die jeden hier knickt - wenn er es will -
wir folgen ihm aufs wort, wenn er es will -
er kontrolliert uns, doch wer KONtrolliert ihn? -
der typ der darüber entscheidet, ob sein KONto einfriert! - ////

ich hasse ihn, doch er macht nur seinen job -
du hast ihn, doch er macht nur seinen job -
er hasst sich selbst, folgt sturr einem trott -
einem befehl, ein zwang durchdringt seinen körper und kopf - ////

bewaffnet, gepanzert folgt er seinem einsatzleiter -
auf der jagd nach widerwilligem freiwild, genannt steineschmeißer -
und vielleicht hat er heute glück, und kriegt was zwischen die finger -
oder unter den knüppel, ein leichtes opfer wünscht er sich immer - ////
abendteuer, adrenalin, er kämpft hier fieberhaft -
als langer arm des gerechten auf dem kriegsschauplatz -
er weiß nicht wofür, doch das LIEGT nicht an ihm -
er merkt nicht, dass er benutzt wird, die maschineRIE mit ihm spielt - ////
in ihm steigt der drang, das ziel auszuradieren -
und ihm kann dabei kaum was passieren -
denn die, die ihn schicken, die haben die macht -
und wenn ihm was vorgeworfen, dann hat ers gar nicht gemacht - ////
oh, damn. es is für ihn und sein team ja so einfach -
einfach provozieren, und dann beginnt WIEder ne die treibjagd -
sie haben nen auftrag, befolgen befehle -
werden zu robotern, doch eigentlich wolln sie nur leben - ////

und ich hasse ihn, und das nicht mal mit unrecht -
und du hasst ihn, und das nicht mal mit unrecht -
lasst ihn uns hassen, und daraus was machen -
doch wetten? er hasst sich selbst. ////

sie hasst sich selbst für das, was sie tut -
doch eine stimme im kopf redet ihr ein: alles wird gut -
und das, was sie macht, das is nicht ihre entscheidung -
also wozu widerstand leisten, sons hieße es für sie ja schnell heimflug - ////
und was sie von zuhause kennt, is nur nackte gewalt -
jeden tag - ihr leben lang, sie kennt es zu nah.
um selbst anders zu sein. sie handelt determiniert -
manche suchen ne antwort, doch finden nicht den fehler in ihr - ////
es ist der fehler in dir, in jedem menschlichen wesen -
das lernt im kampf um recht münder und hände zu knebeln -
oh, es ist gar nicht so schwer -
versuch es selbst, du wirst merken, ein körper ist schnell gar nichts mehr wert - ////
fleisch und knochen, jetzt wird gleich gekrochen -
das blut, die sehnen, das leben, leicht gebrochen -
sie wird gefragt, wie sie zu so etwas fähig war -
sie sagt jeden tag - ihr leben lang - ein befehl. ////

ich hasse sie, doch sie macht nur ihren job -
du hasst sie, doch sie macht nur ihren job -
sie hasst sich selbst, folgt sturr einem trott -
einem befehl, ein zwang durchdringt unsere zivilisation...
Track Name: Lernfaehig
LYRICS:

LERNFÄHIG
[geschrieben am 21.4.04]

ich habe gelernt, meine augen zu öffnen -
zu atmen, zu grinsen, zu schnaufen und lächeln -
habe gelernt aufrecht zu sitzen und aufzustehen -
reize aufzunehmen - laufn und gehn -
hab gelernt, wie ich mich mitteilen muss, um nahrung zu kriegen -
rumschrein und weinen, das war nicht so schwierig -
habe die ersten worte gelernt, sofort gemerkt -
und so lange gesprochen, bis in sätzen ordnung herrscht -
ihr brachtet mir schnell bei euch nachzusprechen -
und etwas später konnte ich schon mit messer und gabel essen -
hab gelernt nach dingen zu greifen, sie mein eigen zu nennen -
mir dinge anzueignen, manchmal sogar teilen und schenken -
tut mir leid, ich hab manchmal was falsch gemacht -
durch euch alle lernte ich, wie ich mich zu verhalten hab -
wann muss ich danke, und wann muss ich bitte sagen -
und hey, ich kann nicht mein ganzes leben lang windeln tragen -
kindergarten, habt mich vorbereitet auf andere menschen -
ich lernte mich zu behaupten, mir meinen status erkämpfen -
ich lernte sie kennen, ich wusste nichts über mich -
bis ihr mir erzählt habt, welche pflichten es sind - (die ich hier genieß - )
ihr wolltet mir helfen und wohl kaum einer meinte es schlecht -
wie hättet ihr es anders machen können, das is halt eure welt -
ihr wusstet es nicht besser, auch in EUCH ist es noch drin -
ein kleines, formbares, neugieriges kind -

ich habe gelernt: lernen und bei aufgaben aufpassen -
aufschnappen, speichern und auf knopfdruck rauslassen -
gemerkt wo meine grenzen sind, und wie es sein muss -
damit ich nen eindruck hinterlass, stets unter zeitdruck -
habe gelernt, was es hier heißt ein junger mann zu sein -
war kampfbereit - für phrasendreschen und auch schwanzvergleich -
mir wurde erzählt, was ich zu besitzen habe -
wie ich zu sitzen habe - bis ich nichts mehr sagte -
wen ich zu lieben habe, wie ich meinen körper behandle -
welche schilder ich beachte, welche zettel ich sammle -
wen ich zu hassen habe, wie ich mich hier durchschlag -
habt mir meine position klar gemacht, bis es mich umwarf -
ich hab hier gelernt, ein arschloch zu sein -
den netten zu spielen, aber es anders zu mein' -
ich hab von euch gelernt, eure art von liebe zu geben -
hab gelernt, für welche ziele ich lebe -
ich hab gelernt, mit schmerz umzugehen und welchen zu zu fügen -
hab gelernt euch zu hassen, und euch zu belügen -
hab gemerkt, was es heißt alleine zu sein -
hab gelernt mich selbst zu lieben um nicht einsam zu sein -
hab hier mitbekommen, was zivilisation heißt -
wer unser freund sein soll und wer der totfeind -
hab von euch gelernt, wie ich eure formeln anwende -
wem ich die hand schüttel - und wie ich anlächle -

ihr habt mir beigebracht, für euch stark zu bleiben -
träumen nicht nachzuweinen - sondern wach zu bleiben -
ich wurde zum produkt jedes einzelnen wortes -
jedes einzelnen blicks, jedes griffs, der mich hier ordnet -
ihr habt mir die chance gegeben, samples zu brechen -
ein mic anzuschließen und sätze zu sprechen -
ich bin voll mit dem hass und der liebe, alles, was ich hier fand -
eine geformte schale, gefüllt mit verstand -
Track Name: Schreibblockade
LYRICS:

SCHREIBBLOCKADE
31.10.2003 (circa 1 uhr früh)]

ich sitz an euren bänken, ihr habt sie da hingestellt -
mich einfach so hier reingeschickt, als ob mein willen fehlt -
ich sitz mit circa 20 andren leidensgenossen -
hier werden wir zum schreiben gezwungen - ////
ja, ich nehm den stift, aber ein andres blatt her -
halte meine hand vor, nennt das hier ne abwehr -
ich hör euch nicht zu, lausch nur nem inneren beat -
durch den ich den stress und diese zwänge besieg - ////
ihr befehlt mir mitzumachen - weil sonst schicht im schacht is -
ich ignoriere anweisungen bis der stift zusammbricht -
denn anstatt zu notieren, was ihr mir auftragt -
schreib ich nen eignen aufsatz - fern ab vom laufband - ////
fern ab von der vorbereitung auf das harte leben -
werd nicht angezogen von stabmagneten - oder matheregeln -
und während ihr mir im sinne der industrie auf den fersen seid -
schreib ich verse, bleib - da hocken, doch entfern mich meist - ////

er sitzt seit '83, doch schon vorab verurteilt -
sie nahmen seine bewegungsfreiheit, doch nicht sein bewusstsein -
er darf nur selten schreiben, doch das is seine berufung -
und wenn du genau nachdenkst, (is das) seine einzige zukunft - ////
ich glaub - er klaut - servietten-reste, aus dem essensraum -
denkt sich texte aus - und formuliert die sätze drauf -
er schreibt mit seinem blut - das oft genug - nach außen fließt -
du spührst es, denn du weißt, er schreibt in diesem augenblick - ////
in verlassenen verließen, katakomben und todeszelln -
irgendwo im nirgendwo auf dieser großen welt -
er/sie sitzt die zeit ab - im sicherheitstrakt -
hörst du die hunde vor den toren belln - das gift es scheitert - ////
er/sie hat noch etwas kraft im angestrengtn - handgelenk -
und bevor er/sie auf den stuhl gefesselt oder an die wand gestellt -
sei dir sicher, er/sie wird im hof ne taube finden -
sie wird nach draußen dringen und uns seinen/ihren aufsatz bringen - ////
 
Track Name: Inspiration
LYRICS:

INSPIRATION
[geschrieben am 6.9.2003 (22 uhr), 7.9.2003 (1 uhr), 7.9.2003 (20 uhr) und 17.11.2003 (2 uhr)]

inspiration - beginnt mit nem ton -
mit nem wort zu nem ausdruck - der rausmuss - bis hinter den mond -
inspiration - versinnbildlicht schon -
dass es was gibt, (und) dass ich bin.

wenn ich gerade aus - auf der straße lauf - doch überall nur gartenzaun -
wenn ich auf feiern einsam trauer, doch um mich herum nur partyclowns -
realität umwerfend wie 'n zarter hauch - für'n kartenhaus -
all das macht sie aus - die inspiration. ////
wenn ich hoch auf nen berg kucke - daneben am himmel ne sternschnuppe -
wenn mich natur fasziniert, doch ich schlaf nur bei erdkunde -
jeder widerspruch, der mich stößt, so dass es sich lohnt -
is inspiration. ////
eine schöne frau - in meinem lebenslauf - sie kreuzt mich - wie neulich -
ich denk an sie, die erinnerung sie betäubt mich -
du sagst *****sohn, wichser, rapgott oder "ich liebe dich" -
all das treibt mich - zeitig - zu beat und stift - ////
wenn ich weglauf, weil cops mich busten wolln - mich verhaften solln -
ich darüber nachdenk und rausfind, was das soll -
bunte bilder und farben - auf schildern und straßen -
doch die blindeste masse - herrscht und will sie nicht haben - ////

inspiration beginnt - mit - nem blick -
mit der sucht nach nem reiz - der nicht geizt - sondern was gibt -
inspiration schickt - dich - zurück -
in deinen kopf, der nickt - und beginnt dann von vorn - ////

was sich alles nach langn jahrn - ansammeln - kann - in meinem hirn -
macht meine hand beweglich, und zertrümmert verschlossene türn -
schubst mich auf bühnen - klebt mich aufs kasettenband -
baut für mich irgendwo zwischen lauter fronten einen campingplatz - ////
weit über den tellerrand - dort erwisch ich ohrenblicke -
bevor ich wilde - formgebilde - in alle orte schicke -
menschen reden - und geben - befehle -
viele szenen - zum erleben nah - doch gefälschte interpreten - ////
zwischen all den besoffenen, erkenn ich die rettende insel -
suche dort nach farbenfrohem wortschatz, und sprech dann mit pinseln -
fordere forsche formen, taste dich zum nächsten gleichlaut -
auch wenn er nicht gleich laut ist, er gehört zu dem kreislauf - ////
___ und er hilft mir den freiraum -
auszufüllen - die tausend rillen - in die ich ihn einbau -
und bewölkten tagen, prasselt regen auf meine schleimhaut -
weil ich den abfall wegfließen lass, wenn ich eintauch - ////

inspiration - bringt mich zum flown -
deinen körper zum bewegen, bis hinter die ohr'n -
inspiration - zwingt mich zu boden -
meinen geist zum gleiten, dann beginn ich von vorn -